Wechseljahre-Wegweiser

Ratgeber Wechseljahre

Hormon-Balance in den Wechseljahren: der Ratgeber mit Studienlage

Kurz gesagt

Hormon-Balance heißt in den Wechseljahren vor allem: Die Eierstöcke bilden nach und nach weniger Östrogen und Progesteron. Das ist ein natürlicher Vorgang und keine Krankheit, die letzte Periode kommt im Mittel mit 51 Jahren.⁠[1] Gegen starke Beschwerden hilft eine Hormontherapie am besten. Ob sie für Sie passt, klären Sie in der frauenärztlichen Praxis.⁠[2]⁠[3]

Was bedeutet Hormon-Balance in den Wechseljahren?

Hormon-Balance ist kein medizinischer Fachbegriff. Gemeint ist meist das Zusammenspiel der Geschlechtshormone, das sich in den Wechseljahren neu ordnet. Die Eierstöcke bilden weniger Östrogen, der Körper antwortet mit mehr follikelstimulierendem Hormon (FSH). Damit verschiebt sich das Verhältnis der Hormone zueinander, und der Körper braucht Zeit, sich daran anzupassen.⁠[1]

Diese Umstellung verläuft nicht gleichmäßig. In der Perimenopause schwanken die Hormonwerte stark. Bis etwa 2 Jahre nach der letzten Periode sinkt das Östradiol weiter, danach pendeln sich die Werte auf einem neuen, niedrigen Niveau ein. Nach 5 bis 8 Jahren ist dieser neue Zustand erreicht.⁠[4] Welche Hormone sich wie verändern, zeigt die Tabelle im Ratgeber Wechseljahre.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine normale Phase im Leben. Viele Frauen haben Beschwerden, aber nur wenige über längere Zeit starke.⁠[1]

Wie kann ich meine Hormone in Balance bringen?

Aufhalten oder rückgängig machen lässt sich die Umstellung nicht. Was Sie beeinflussen können, sind die Beschwerden und Ihre Gesundheit in den Jahren danach. Das einzige Mittel, das fehlendes Östrogen ersetzt, ist eine Hormontherapie, und über sie entscheiden Sie mit Ihrem Frauenarzt.⁠[3]

Dass bestimmte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel die Beschwerden lindern, ist laut gesund.bund.de nicht belegt.⁠[1] In einer Studie mit 23 Frauen änderte eine Yamswurzel-Creme nach 3 Monaten weder die Beschwerden noch die Hormonwerte im Blut.⁠[5] Ein Weg, den Hormonhaushalt auf natürliche Weise zu regulieren, ist nicht belegt. Gut belegt ist dagegen, was Ihrem Körper in dieser Zeit hilft:

WasWas es bringt
Nicht rauchenRaucherinnen haben etwa doppelt so oft eine Menopause vor 40. Nach mehr als 10 rauchfreien Jahren ist das Risiko wieder so hoch wie bei Nichtraucherinnen.⁠[6] Rauchen kann die Beschwerden außerdem verstärken.⁠[7]
Bewegung mit KraftübungenGünstig für Herz, Kreislauf und Knochen, für Kraft und Gewicht.⁠[1] Gegen Hitzewallungen ist Sport nicht belegt.⁠[2]
Gesundes GewichtAbnehmen bei Übergewicht empfiehlt die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft gegen Hitzewallungen, die Studienlage ist begrenzt.⁠[2]
Calciumreich essenMilch, Joghurt oder Grünkohl liefern Calcium für die Knochen.⁠[7]
Feste Schlafzeiten, wenig AlkoholEmpfiehlt der britische Gesundheitsdienst bei Wechseljahresbeschwerden.⁠[7]
Kognitive VerhaltenstherapieBei Hitzewallungen empfohlen.⁠[2] Laut Entwurf der neuen Leitlinie auch bei Schlafstörungen und für die Lebensqualität möglich.⁠[8]
HormontherapieWirksamste Behandlung von Hitzewallungen.⁠[2] Laut Leitlinien-Entwurf soll sie Frauen mit Hitzewallungen angeboten werden, wenn nichts dagegen spricht und sie über Nutzen und Risiken aufgeklärt wurden.⁠[8] Mehr unter Hormonersatztherapie.

Welche Naturheilmittel helfen gegen Hormonschwankungen?

Gut belegt ist keines. Der Entwurf der neuen deutschen Leitlinie hält Isoflavone und Traubensilberkerze bei Hitzewallungen für möglich, die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft empfiehlt pflanzliche Mittel nicht.⁠[8]⁠[2] Pflanzenstoffe ersetzen keine Hormone.

PflanzeLeitlinien-Entwurf 2026Auswertung vieler Studien
Isoflavone aus Soja und RotkleeKönnen bei Hitzewallungen angeboten werden, mit 30 bis 126 mg am Tag.⁠[8]43 Studien mit 4.364 Frauen: kein schlüssiger Beleg gegen Hitzewallungen.⁠[9]
TraubensilberkerzeKann bei Hitzewallungen angeboten werden.⁠[8]16 Studien mit 2.027 Frauen: bei der Zahl der Hitzewallungen kein Unterschied zu einem Scheinmittel.⁠[10] Bei Zeichen eines Leberschadens sofort absetzen.⁠[11]
Andere PflanzenKeine Empfehlung, mit einer Ausnahme: Rhapontikrhabarber-Extrakt (ERr 731) kann Frauen in der Perimenopause angeboten werden.⁠[8]Der Nutzen pflanzlicher Präparate ist laut gesund.bund.de bisher nicht belegt.⁠[1]
Die Ergebnisse gelten für die untersuchten Präparate und Mengen und lassen sich nicht auf andere Präparate oder Kombinationen übertragen.

Für keine Pflanze gibt es in der EU eine zugelassene Gesundheitsangabe für Lebensmittel.⁠[12] Die Studien zu einzelnen Pflanzen finden Sie unter Pflanzliche Mittel und im Wirkstoff-Lexikon.

Harmony Balance: unser eigenes Präparat

Herausgeber dieses Ratgebers ist die IPD Produktentwicklung und Handel GmbH, die unter der Marke Steiger Naturals das Nahrungsergänzungsmittel Harmony Balance verkauft. Es enthält 10 Pflanzenextrakte, darunter Fenchel, Maca, Salbei und Mönchspfeffer. Eine Tagesdosis von 3 Kapseln enthält zum Beispiel 300 mg Maca-Wurzel-Trockenextrakt und 99,99 mg Mönchspfeffer-Trockenextrakt. Auch für Harmony Balance gilt: Ein Nahrungsergänzungsmittel ist keine Hormontherapie.

Wie sich Harmony Balance in Zusammensetzung, Menge und Preis von anderen pflanzlichen Präparaten unterscheidet, zeigt unser Test von 6 Wechseljahre-Präparaten.

Die Wechseljahre in Zahlen

Die wichtigsten Werte auf einen Blick, jeweils mit Quelle:

WasWert
Beginn der Perimenopauseim Mittel mit 47,5 Jahren⁠[13]
Letzte Periode (Menopause)im Durchschnitt mit 51 Jahren⁠[1]
Erste unregelmäßige Zyklen bis zur letzten Periodeknapp 4 Jahre⁠[13]
Frauen mit Hitzewallungenbis zu zwei Drittel⁠[1]
Dauer häufiger Hitzewallungenim Mittel 7,4 Jahre⁠[14]
Menopause vor dem 40. Geburtstag1,9 % der Frauen⁠[6]
Raucherinnenim Mittel 1,8 Jahre früher in der Menopause⁠[13]
Knochendichte der Lendenwirbelsäule10,6 % weniger in 10 Jahren rund um die letzte Periode⁠[15]
Bis sich die Hormone eingependelt haben5 bis 8 Jahre nach der letzten Periode⁠[4]
Mittelwerte und Mediane aus großen Studien. Im Einzelfall weichen Alter und Dauer um mehrere Jahre ab. Die deutsche Leitlinie nennt dazu, dass Häufigkeit und Dauer der Beschwerden auch von Gesundheit und Lebensumständen abhängen.⁠[16]

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Häufige Fragen zur Hormon-Balance in den Wechseljahren

Was sind die ersten Anzeichen für die Wechseljahre?

Meist verändert sich zuerst die Periode: Sie kommt häufiger oder seltener, die Blutung wird stärker oder schwächer. Dazu kommen oft Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen. Ab 45 Jahren reichen Zyklus und Beschwerden, um die Wechseljahre festzustellen.

In welchem Alter hat eine Frau die Wechseljahre?

Meist ab Mitte 40. Die ersten Zyklusveränderungen beginnen im Mittel mit 47,5 Jahren, die letzte Periode kommt im Durchschnitt mit 51 Jahren. Vor dem 40. Geburtstag spricht man von einer vorzeitigen Menopause, das betrifft knapp 2 % der Frauen.

Wann ist die schlimmste Phase in den Wechseljahren?

Für Hitzewallungen sind es die späte Perimenopause und die ersten 2 Jahre nach der letzten Periode. Dann schwanken die Hormone am stärksten. Häufige Hitzewallungen halten insgesamt im Mittel 7,4 Jahre an, davon 4,5 Jahre nach der letzten Periode.

Kann der Frauenarzt sehen, ob ich in den Wechseljahren bin?

Ja, meist schon am Zyklus und an Ihren Beschwerden. Ab 45 Jahren ist dafür in der Regel kein Bluttest nötig. Ein Hormontest zeigt laut gesund.bund.de weder, ob eine Behandlung sinnvoll ist, noch wie lange Sie noch verhüten sollten.

Welche Hormon-Balance ist die beste?

Viele Präparate tragen Hormon-Balance oder ähnliche Wörter im Namen. Ein Präparat, das die Hormone in den Wechseljahren nachweislich ins Gleichgewicht bringt, gibt es nicht, und Pflanzenstoffe ersetzen keine Hormone. Vergleichen lassen sich die Angaben der Hersteller: welche Pflanzen in welcher Menge pro Tag enthalten sind, ob die Extrakte genau angegeben sind und was ein Tag kostet.

Wann sollte ich etwas gegen Wechseljahresbeschwerden tun?

Sobald die Beschwerden Sie im Alltag belasten. Sprechen Sie dann in der frauenärztlichen Praxis über die Möglichkeiten. Die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft rät, eine Hormontherapie innerhalb der ersten 10 Jahre nach der letzten Periode in Betracht zu ziehen.

Quellen

  1. gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Wechseljahre, Stand 03.02.2023. Quelle öffnen
  2. The North American Menopause Society (NAMS). The 2023 nonhormone therapy position statement of The North American Menopause Society. Menopause. 2023;30(6):573‑590. Quelle öffnen
  3. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015‑062, Fassung September 2020, eine Neufassung ist in der Konsultation (Stand Oktober 2026). Quelle öffnen
  4. Harlow SD, Gass M, Hall JE, Lobo R, Maki P, Rebar RW et al. Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop + 10: addressing the unfinished agenda of staging reproductive aging. Menopause. 2012;19(4):387‑395. Einteilung der Phasen nach STRAW+10. Quelle öffnen
  5. Komesaroff PA, Black CV, Cable V, Sudhir K. Effects of wild yam extract on menopausal symptoms, lipids and sex hormones in healthy menopausal women. Climacteric. 2001;4(2):144‑150. Studie mit Scheinmittel-Vergleich, 23 Frauen. Quelle öffnen
  6. Zhu D, Chung HF, Pandeya N, Dobson AJ, Cade JE, Greenwood DC et al. Relationships between intensity, duration, cumulative dose, and timing of smoking with age at menopause: a pooled analysis of individual data from 17 observational studies. PLoS Med. 2018;15(11):e1002704. Auswertung von 17 Beobachtungsstudien mit 207.231 Frauen. Quelle öffnen
  7. National Health Service (NHS, Großbritannien): Menopause and perimenopause, Seite „Things you can do“, zuletzt geprüft am 19.05.2026. Quelle öffnen
  8. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015‑062. Kurzfassung 2026, Konsultationsfassung (Stand des Leitlinienreports 25.05.2026). Die Empfehlungen sind ein Entwurf und noch nicht endgültig verabschiedet. Quelle öffnen
  9. Lethaby A, Marjoribanks J, Kronenberg F, Roberts H, Eden J, Brown J. Phytoestrogens for menopausal vasomotor symptoms. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(12):CD001395. Quelle öffnen
  10. Leach MJ, Moore V. Black cohosh (Cimicifuga spp.) for menopausal symptoms. Cochrane Database Syst Rev. 2012;(9):CD007244. Quelle öffnen
  11. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel: Cimicifugae rhizoma (Traubensilberkerzenwurzelstock), Zusammenfassung mit Hinweisen zu Leberschäden. Quelle öffnen
  12. Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Quelle öffnen
  13. McKinlay SM, Brambilla DJ, Posner JG. The normal menopause transition. Maturitas. 1992;14(2):103‑115. Langzeitstudie mit 2.570 Frauen aus Massachusetts (USA). Quelle öffnen
  14. Avis NE, Crawford SL, Greendale G, Bromberger JT, Everson-Rose SA, Gold EB et al. Duration of menopausal vasomotor symptoms over the menopause transition. JAMA Intern Med. 2015;175(4):531‑539. US-⁠Studie SWAN, Beobachtungsstudie. Quelle öffnen
  15. Greendale GA, Sowers M, Han W, Huang MH, Finkelstein JS, Crandall CJ et al. Bone mineral density loss in relation to the final menstrual period in a multiethnic cohort: results from the Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN). J Bone Miner Res. 2012;27(1):111‑118. Beobachtungsstudie mit 862 Frauen. Quelle öffnen
  16. Ortmann O, Beckermann MJ, Inwald EC, Strowitzki T, Windler E, Tempfer C. Peri- and postmenopause: diagnosis and interventions. Interdisciplinary S3 guideline of the association of the scientific medical societies in Germany (AWMF 015/062): short version. Arch Gynecol Obstet. 2020;302(3):763‑777. Englische Kurzfassung der S3-⁠Leitlinie, Fassung 2020. Quelle öffnen

Stand: 21. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.